Kunze, Werner: Philosophie für Neugierige

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Geist, der die Welt bewegt

416 Seiten
Lexikonformat
Leinen
175 Abildungen
ISBN-13: 978-3-87847-226-1


Kurztext:

Der Geist bewegt die Welt – auch da, wo scheinbar nur die Materie regiert. Wenn es aber um ›Geist‹ geht, steht Philosophie an vorderster Stelle. Daher lohnt es sich gerade in unserer zerrütteten Zeit, sich auf die Fundamente zu besinnen und sich der Faszination zuzuwenden, die große Philosophie unverändert bietet. Wer sich mit ihr befaßt, hat mehr vom Leben! Eine eingehende Hinführung zu den Besonderheiten der Philosophie und ein Einblick in die Breite, Vielfalt und Ernsthaftigkeit philosophischen Schaffens.

Langtext:

Philosophie hat sich im Verlauf von 2500 Jahren zu einem monumentalen Gedankengebäude, oder besser und weniger prosaisch ausgedrückt, zu einem beeindruckenden Gedankenpalast entwickelt. Dabei wirkte sie nach innen und nach außen in einem Ausmaß, das nur noch mit dem der Religion vergleichbar ist.

Was heißt das genauer? Große Philosophen übten selbstverständlich innerhalb des Zirkels der philosophischen Gelehrtenrepublik eine große und breite Ausstrahlung aus. Insofern war und ist Philosophie auch eine ewige Baustelle, an der viele Meister gearbeitet haben – philosophia perrennis. Auf der anderen Seite hat Philosophie eine kaum zu überschätzende Außenwirkung nach sich gezogen. Gerade in modernen, ideologiedurchtränkten Zeiten konnte es allerdings nicht ausbleiben, daß auch die altehrwürdige Philosophie nicht nur für viele Bereiche richtungsweisend war, sondern auch als Kampf- und Machtinstrument mißbraucht wurde. Dabei standen deutsche und andere kontinentaleuropäische philosophischen Auffassungen oft quer zu angelsächsischen Überzeugungen. Nach dem Zweiten Weltkrieg bestätigte sich daher die alte geschichtliche Erfahrung, daß Sieger nicht nur ihre militärische, wirtschaftliche und finanzielle Macht ausüben, sondern den Besiegten gerade auch auf kulturellem Gebiet ihren Stempel aufdrücken. Was in diesem Fall Verdrängung und Bedeutungsschwund deutscher und insgesamt großer Philosophietraditionen zur Folge hatte. Insofern enthält Philosophie durchaus auch gewichtige politische Aspekte. Kunze nimmt dazu in seinem Buch klar Stellung, wenngleich dieses Thema freilich nicht im Vordergrund steht und stehen kann.

So sank die Philosophie jedenfalls im Laufe der Jahrhunderte herab von der Königin der Wissenschaften seit der Antike über die Magd der Theologie im Mittelalter bis sie heute fast nur noch zur Assistentin mit Gelegenheitsarbeiten für alle und alles fungiert. Mit ihrer großartigen Blüte im 18. und 19. Jahrhundert hatte sich die Philosophie noch mit Bravour dagegen gewehrt und noch einmal unvergängliche Werke mit eindrucksvoller Schöpferkraft geschaffen. Indes bleibt uns, durchaus nicht als billiger Trost: Die Zeiten ändern sich, große Philosophie verbleibt der Menschheit aber als ein herausragendes Patrimonium. Auch wenn es mal mehr, mal weniger geschätzt wird.

Unsere Zeit ist gewiß nicht das Ende der Geschichte, vielleicht erleben wir jetzt eher den Abgesang auf ein Großexperiment, das Odo Marquardt, ein zeitgenössischer Philosoph, so beschreibt: »Die absolute Weltverbesserung mißrät zur Wettkonfusion. Das sind – seit der Französischen Revolution bis heute – die großen Enttäuschungserfahrungen des Selbermachens der Menschen, wo diese – modern – zum kommissarischen Gott avancieren: sie beruhen auf der Unverfügbarkeit der Folgen. Dann kommt es zur großen Kultur der Ausreden, zur Hochkonjunktur von Entschuldigungsarrangements, zu einem exorbitanten Sündenbockbedarf, zur Kunst, es nicht gewesen zu sein.

Dies ist ein kleines Beispiel dafür, daß Philosophie ein Nachdenken ist, über das Unmittelbare und scheinbar Selbstverständliche hinaus. Wie es aussieht, besteht daher heute erneut dringender Bedarf, uns wieder Rat bei großen Philosophen einzuholen!

Inhaltsverzeichnis:

Vorwort 9
Erster Teil
15
Überblick

Philosophie – Eine Einführung 171. Vorbemerkungen 17

2. Wozu überhaupt Philosophie? Was will Philosophie, und was habe ich davon? 21

3. Einige wichtige Voraussetzungen für philosophisches Denken 26

4. Warum ist Philosophie so schwierig und widersprüchlich? 32

5. Was ist überhaupt Philosophie? 39

6. Was und wie können wir erkennen? 46

7. Philosophie im Umbruch 49

8. Warum bedürfen wir, gerade heute, dringend wahrer Philosophie? 50

Metaphysik 55

1. Metaphysik heute 55

2. Was ist Metaphysik? 57

3. Platon (427–347) 57

4. Aristoteles (384–322) 60

5. Immanuel Kant (1724–1804) 62

6. Georg Wilhelm Friedrich Hegel (1770–1831) 65

7. Metaphysik nach Hegel 68

Erkennen, Erkenntnis, Erkenntnistheorie 71

1. Erkenntnistheorie 72

2. Grundfragen und grundsätzliche Alternativen 73

3. Konstruktivismus 76

4. Wie die Streitfrage entschieden wurde 77

5. Kants Lösung 80

6. Naturwissenschaftliche Erkenntnis 82

7. Evolutionäre Erkenntnistheorie (EE) 86

Griechisches Erbe 93

Philosophie in unserer Zeit 105

1. Überblick 105

2. Philosophie im 20. Jahrhundert 107

3. Einblick. Philosophische Zeitdeutungen: Blumenberg, Schulz, Wetz 119


Anhang

Überblick über die Geschichte der Philosophie 133

Kurzbeschreibung häufig benutzter philosophischer Begriffe 147

Zweiter Teil
157
Einblicke

Sokrates (469–399) 159

Platon (427–347) 161

Platons Wirkung bis heute 167

Epikur (341–270) 171

Wilhelm von Occam (1290–1346?) 174

1. Fangen wir mit seinem Leben an. 174

2. Universalienstreit – Universalismus – Nominalismus 175

3. Wirkung 179

René Descartes (1596–1650) 180

Wilhelm Gottfried Leibniz (1646–1716) 185

1. Der Mensch Leibniz 186

2. Leibniz’ Leben 190

3. Das philosophische Werk 192

4. Leibniz’ Philosophie 196

Thomas Hobbes (1588–1679) 203

John Locke (1632–1704) 207

David Hume (1711–1776) 212

François-Marie Arouet, genannt Voltaire (1694–1778) 215

Jean-Jacques Rousseau (1712–1778) 217

Kant und der Deutsche Idealismus 220

Was ist Idealismus? 221

Immanuel Kant (1724–1804) 223

1. Leben und Charakterisierung 223

2. Kant und die Presse zum Zweihundertsten 227

3. Ethik – allgemein 228

4. Grundzüge von Kants Ethik und Sittenlehre 231

5. Kants Ethik – zusammengefaßt 234

6. Definitionen und Beschreibungen 235

7. Fazit 237

Johann Gottlieb Fichte (1762–1814) 243

1. Allgemeine Vorbemerkungen 243

2. Beurteilung 244

3. Lebensablauf 248

4. Werk • Allgemeine Bemerkungen 253

5. Nachwirkungen 268

Georg Wilhelm Friedrich Hegel (1770–1831) 270

1. Einleitung 270

2. Leben 272

3. Allgemeine Skizze zur Philosophie 284

4. Skizze zu Hegels Werk 292

Friedrich Wilhelm Joseph Schelling (1775–1854) 306

1. Von Leibniz zu Schelling 307

2. Schellings Philosophie 309

4. Würdigung 319

5. Wirkung 322

6. Mensch und Leben 325

7. Geraffter Lebenslauf 326

Arthur Schopenhauer (1788–1860) 332

1. Non multa 332

2. Schopenhauers Leben 337

3. Schopenhauers Philosophie 340

Friedrich (Wilhelm) Nietzsche (1844–1900) 354

1. Würdigung 354

2. Werdegang 360

3. Werk 366

4. Wirkung 385

Ludwig Wittgenstein (1889–1951) 392

Hans-Georg Gadamer (1900–2002) 398

Schlußbemerkungen 405

Personenverzeichnis 408


Über den Autor:

WERNER KUNZE, 1927 in Friedrichshafen geboren und dort aufgewachsen. Von 1943 bis 1948 Flakhelfer, Kriegsgefangenschaft, anschließend Abitur und Studium der Betriebswirtschaft an der Universität München. Danach 35 Jahre in leitenden Funktionen bei einem deutschen Unternehmen der Öl- und Gasindustrie im In- und Ausland tätig. Letzte Veröffentlichungen: Zurück zur Natur? Biologie im Spannungsfeld von Politik und Kultur (2000), Wie steht es heute um Wahrheit? (2002), Die blockierte Gesellschaft (2005).

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