Georg, Friedrich: Verrat an der Ostfront Bd. 2

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Bd. 2: Vergebliche Verteidigung Europas 1943–45
 
448 Seiten
gebunden
183 Abbildungen
 ISBN 978-3-89180-140-6 
 
Kurztext:
 
Wie in der Normandie 1944 gab es auch an der Ostfront gut organisierten Verrat und systematische Sabotage hoher deutscher Offiziere. Im zweiten Band weist Friedrich Georg überzeugend nach, daß das militärische Scheitern nicht nur an der russischen Übermacht lag. Vorangegangen waren im Juli 1943 merkwürdige Umstände bei der Schicksalsschlacht von Kursk, als Deutschland die strategische Initiative im Osten einbüßte und der durch Geheimdienstversagen und stümperhafte Nachschubfehler ausgelöste Verlust der für beide Seiten kriegswichtigen Ukraine an Stalin erfolgte. 

Langtext:

Beim Ostfeldzug der deutschen Wehrmacht wurde in einem kaum glaublichen Ausmaß Landesverrat von deutschen gegen Hitler eingestellten Offizieren und Zivilisten betrieben. Wie der Verfasser in seinem vor einigen Jahren erschienenen Werk über die zahlreichen und schwerwiegenden Verratshandlungen in der Normandie 1944 berichtet hat, so bringt er in dem vorliegenden Band alles Wissenswerte über die verschiedenen deutschen Gruppen, die die Sowjets auf schnellstem Wege von den deutschen Entscheidungen und Planungen in Kenntnis setzten. Stalin saß praktisch mit am Tisch bei den Gesprächen der obersten deutschen Heerführer im Führerhauptquartier: Die Entscheidungen gelangten in kürzester Zeit nach Moskau, so daß manchmal die Generale der Roten Armee über deutsche Angriffspläne eher unterrichtet waren als die ihnen gegenüber liegenden angriffsbereiten deutschen Kommandeure.
 
Hinzu kamen viele von hohen deutschen Stellen, die einen Sieg Hitlers verhindern wollten, angeordnete unsinnige Verschiebungen und Verlegungen von Truppenteilen, vor allem der deutschen Panzerdivisionen, so daß diese oft ›zufällig‹ gerade nicht dort waren, wo sie dringend gebraucht wurden. Teile von wichtigen Waffen wurden in der Gegend herumgefahren und zu Stellen transportiert, die mit ihnen nichts anfangen konnten, während andere Truppenteile sie dringend brauchten. Der deutsche Nachrichtendienst und die Abwehr unter Admiral Canaris wie General Gehlens ›Fremde Heere Ost‹ machten zu viele falsche Angaben, als daß dies zufällig hätte sein können. Im Ersatzheer wurden mehrere Hunderttausend kampfbereiter Soldaten trotz dringenden Mangels an der Front in der Heimat ›beschäftigt‹. 
 
So wußten die Sowjets im Juli 1943 schon Wochen vor dem streng geheim gehaltenen Angriff der deutschen Panzer bei Kursk über Datum und Stoßrichtung der Deutschen genau Bescheid und konnten eine tief gestaffelte Verteidigungszone aufbauen. Damit war der Überraschungseffekt vergeben, und die Angreifer mußten sich mühsam und unter schweren Verlusten durch die Verteidigungssysteme der Roten Armee kämpfen. Im Sommer 1944 kam es zu den militärischen Katastrophen bei dem Zusammenbruch der ›Heeresgruppe Mitte‹ in Weißrußland und ebenso in Rumänien, wo mehr als 600000 Soldaten und Hiwis untergingen. Den Sowjets gelang dieser tiefe Einbruch, weil sie durch vorher – von wem auch immer angeordnet – von deutschen Verteidigern freigemachte Stellen der deutschen Front durchstoßen konnten. Bis in die letzten Wochen bei der Verteidigung an der Oder lassen sich falsche taktische Anweisungen verfolgen, die nicht durch mangelnde Fähigkeit der Befehlsgeber erklärt werden können. Das gilt auch für die mit durchaus noch vorhandenen Reserven durchgeführte Ardennenoffensive wie für die letzte große deutsche Offensive ›Frühlingserwachen‹ in Ungarn. Verrat verhinderte einen Erfolg.
 
Der Ostfeldzug hätte, selbst nach Stalins Überzeugung, noch 1944 für die Deutschen siegreich beendet werden können, wenn nicht der Verrat in solch verbreiteter Weise stattgefunden hätte. Da Stalin das wußte, versuchte er über Schweden mit dem Reich in Verbindung zu treten und auf einen Waffenstillstand hinzuwirken. Die deutschen Verräter hielten ihn davon ab und ermöglichten den Einbruch der Roten Armee in Mitteleuropa bis nach Berlin.
 
Bei ihrer Bekämpfung des Verrats hatten die deutschen Spionageabwehrdienste manche Erfolge, so bei der Zerschlagung der berüchtigten ›Roten Kapelle‹ oder bei den Aufdeckungen der mit dem Attentat vom 20. Juli 1944 verbundenen hohen deutscher Offiziere, etwa der Gruppe um Canaris, die Landesverrat zugunsten der Roten Armee in großem Maße begangen hatten. Aber bis zum Kriegsende blieben andere wirksame Verrätergruppen unentdeckt und konnten ihre unzähligen geheimen Botschaften aus dem Herz des deutschen Militärwesens, zeitweise auch aus dem Außenministerium, nach Moskau funken.
 
Dieser Verrat im Osten kostete Hunderttausenden deutscher Soldaten direkt das Leben, und noch mehr mußten das harte Los der sowjetischen Gefangenschaft mit Zwangsarbeit jahrelang erdulden. Eine ganze Generation junger Deutscher hatte nicht nur in Rußland mit Schlamm, Eis und Schnee sowie gegen die grausamen Partisanen zu kämpfen, sondern wurde durch bewußt Landesverrat verübende Personen in den Untergang geleitet. Dieser Verrat ist seinem Umfang nach noch nicht bewältigt, und weiterer Zugang zu manchen bisher geheimgehaltenen Quellen wird noch einiges offenlegen. Die Fachhistorie sollte sich mit diesem Thema intensiv befassen und damit die Grundlage für die Schulbücher legen, die bisher von diesem Verrat im Osten kaum etwas berichteten.
 
Friedrich Georg beantwortet u. a. folgende Fragen:
 
- Das russische ›Marnewunder‹. Wer verhinderte, daß Mansteins großer Sieg bei Charkow 1943 von der Wehrmacht ausgenutzt wurde?
- Warum durfte General Dietl den Eismeerhafen Murmansk nicht 1943 erobern und so die Sowjetunion vom lebenswichtigen westalliierten Nachschub abschneiden?
- Entdeckte die Luftwaffe die Falle bei Kursk? Und warum reagierten die Deutschen nicht?
- Steckte ein Agentenfehler hinter dem deutschen Beinahesieg am Kursker Südflügel?
- Waren rätselhafte Flugzeugabstürze führender Generale Zufall oder Teil eines großen Plans?
- Wer verhinderte, daß die Wehrmacht mit Hubschraubern ausgerüstet wurde?
- Gab es den Agenten ›Werther‹ im Führerhauptquartier wirklich, oder war alles nur Erfindung?
- Wurden im Frühjahr 1944 über 600000 Mann Verstärkung für die kämpfenden Fronten in der Heimat zurückgehalten?
- Konnten Direktschaltungen aus dem Führerhauptquartier zu den Alliierten nachgewiesen werden?
- Warum durften die einsatzbereiten deutschen Bomber keinen strategischen Luftkrieg gegen leichtverletzliche Schlüsselindustrien der Sowjetunion führen?
- War General Gehlens Nachrichtendienst ›Fremde Heere Ost‹ der geheime Sargnagel des deutschen Ostheeres?
- Wußte der deutsche Botschafter in Rumänien, Baron von Killinger, schon Monate vorher über den geplanten Frontwechsel des wichtigsten Öllieferanten des Reiches Bescheid?
- Stimmt es, daß 1943 und 1944 mehrfach kurz vor entscheidenden Ereignissen im Osten ein umfangreicher Abzug der Luftwaffe weg von den bedrohten Fronten stattfand?
- Wie wurde die Lösung des deutschen Nachschubproblems verhindert?
- Warum planten die Sowjets ab 1944 Jagdpanzer mit überlangen Kanonen?
- Gab es gefälschte Führerbefehle mit fatalen Folgen?
- Die besten Panzer des Krieges oder: Was hat es mit dem ›Königstiger‹-Grab an der Weichsel auf sich?
- Wußte Stalin schon vor den deutschen Frontkommandeuren über die geplante letzte deutsche Offensive ›Frühlingserwachen‹ in Ungarn Bescheid?
- Stimmen die Berichte über auf seiten der Russen aktiv kämpfende ehemalige deutsche Kriegsgefangene, oder übten diese nur Propaganda aus?
- Wer öffnete Stalin das Tor nach Österreich?
- Von wem erfuhr Stalin zeitnah über die deutschen Atombombentests in Thüringen, und wer verhinderte einen möglichen Einsatz der Wunderwaffen an der Ostfront?
- Wie war es möglich, daß so viele Helfer Stalins unerkannt blieben?
- Wirkten überlebende Teile der ›Roten Kapelle‹ noch bis in die 1960er Jahre nachrichtendienstlich weiter? 
 
Über den Autor:
 
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