Peters, Ludwig: Das Schicksal der deutschen Kriegsgefangenen

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Wir haben Euch nicht vergessen!

480 Seiten
gebunden
61 Abbildungen und Tabellen
Lexikonformat
Sonderpreis! Unser bisheriger Preis: € 25.45
ISBN-13: 978-3-87847-149-3


Kurztext:

In Zahlen und Dokumenten, aber auch in erschütternden Erlebnisdarstellungen wird hier die damalige Wirklichkeit für Millionen ehemaliger Wehrmachtangehöriger geschildert, die froh, dem Grauen des Krieges entronnen zu sein, nun in eine Hölle des Hungers, der Quälereien, der Ausbeutung kamen. Unter Verarbeitung neuer Quellen werden auch bisherige Fehlurteile und manche Lücken im Wissen um das damalige Geschehen ausgefüllt.

Langtext:

... Du allein hast im stillen die Nächte gezählt,
in denen mir nichts als der Schlummer gefehlt,
wohin ich mich bettete, lag schon die Gier,
in all meinen Stapfen folgte das Tier.
Ich habe verstohlen vor Hunger geweint,
Allmächtiger, gib mir die Rinde vom Brot,
Mutter, die Not!

Dein Haar ist schütter, die Schläfen licht,
als ich einst von dir Abschied nahm, war es so dicht.
Der schmächtige Mund, vom Darben gedorrt,
öffnet sich fragend und findet kein Wort.
Sei still, nur streich mit der Hand durch mein Haar,
ach, noch einmal so, wie es ehedem war.
Und küsse mit welken Lippen gelind,
Mutter, dein Kind.

Siegfried Bühler

Klappentext:

Im Mai 1945, am Ende des Zweiten Weltkrieges, begann für die meisten Deutschen eine jahrelange Not– und Leidenszeit. Zu der Gruppe, die wohl das schwerste Schicksal zu tragen hatte, gehörten die deutschen Kriegsgefangenen – und zwar sowohl im Osten als auch im Westen. Ihr schweres Los geriet dennoch in den folgenden Jahrzehnten weithin in Vergessenheit, wurde in der Öffentlichkeit verschwiegen, verdrängt, verharmlost – oder sogar geschmäht. Eine im Auftrag der Bundesregierung in den fünfziger Jahren erstellte amtliche Dokumentation wurde lange Zeit zurückgehalten und kam dann im Volk kaum zur Wirkung. Kein deutscher Historiker hat sich eingehend mit diesem Thema befaßt, obwohl es Millionen von deutschen Opfern betraf. Man wollte die dabei notwendigerweise zur Sprache kommenden Verbrechen der Alliierten nicht anrühren, wollte nicht ›aufrechnen‹, es sollte eben nur deutsche Schuld kultiviert werden.

Um so notwendiger ist es, mehr als 50 Jahre nach dem damaligen Geschehen das ganze Ausmaß dieser Leiden vor der Geschichte festzuhalten und damit den Betroffenen Gerechtigkeit widerfahren zu lassen. Dieses Buch will einer nachwachsenden Generation das ganze Maß von Not und Elend nahebringen, das bis zu einem Jahrzehnt lang nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges für viele lebensbestimmend wurde. Es soll daran erinnern, daß Millionen gefangener deutscher Soldaten in völkerrechtswidriger Weise im Mai 1945 ihres Status als Kriegsgefangene beraubt wurden, damit man sie noch jahrelang – in Ost und West – als billige Arbeitssklaven ausbeuten konnte. Unter bewußtem Bruch bisher geltenden Völkerrechts und bis dahin international anerkannter Kriegsordnung wurden sie als menschliche Reparationen ausgenutzt, wobei Millionen noch im ›Frieden‹ jämmerlich durch Hunger und Seuchen, bei Schwerstarbeit und unmenschlicher Behandlung ums Leben kamen. In grausamer Fortsetzung des Vernichtungskrieges gegen alle Deutschen ließen insbesondere die Amerikaner unter General Eisenhower planmäßig Hunderttausende verhungern – die ›Rheinwiesenlager‹ wurden zum Symbol dieser Massenvernichtung, nachdem die Waffen niedergelegt waren.

Dieses Buch gibt mit Zahlen und Statistiken, mit Erlebnisberichten und Erinnerungen ein wirklichkeitsnahes Bild der damaligen, heute in ihrer Grausamkeit kaum noch vorstellbaren Verhältnisse. Unter Verarbeitung neuer Quellen werden auch bisherige Fehlurteile und manche Lücken im Wissen um das damalige Geschehen ausgefüllt. So kann über den Verbleib einiger hunderttausend bisher ›fehlender‹ deutscher Kriegsgefangener nun eine Aussage gemacht werden – eine Anregung auch für die Forschung, hier noch weiterzuarbeiten.

Noch leben viele der vor 50 Jahren jungen Kriegsgefangenen. Für sie ist dieses Buch eine wertvolle Erinnerung und eine gewisse Rechtfertigung gegenüber nicht selten vorkommenden Schmähungen. Für ihre Kinder und Enkel bietet es eine objektive Schilderung über das Schicksal der Väter und Großväter sowie eine notwendige Information über die jüngere Vergangenheit. Für beide Generationen bildet es eine unverzichtbare Brücke zur gegenseitigen Achtung und zum gegenseitigen Verständnis, an dem es heute leider so oft mangelt. Zugleich soll das Buch ein Denkmal für die großen Opfer sein, die gerade die Gruppe der Kriegsgefangenen – auch stellvertretend für alle, die ein gütiges Geschick davor bewahrte – bringen mußte, weil sie Deutsche waren und ihre Treue gegenüber Volk und Vaterland bis zum Ende des Krieges gehalten hatten. Auch deswegen sollen und dürfen sie nicht vergessen werden.

Inhaltsverzeichnis:

7 Vorwort des Verlags
9 Vorwort
23 Einführung
35 Verständnis für die Situation
59 Das Ende aus der Sicht der Soldaten
81 Die ersten Lager
105 Todesmärsche, Sühnemärsche, Auslieferungen, Transporte
147 Gefangene im Westen, schlimmer als befürchtet
189 Die ersten kommen heim
199 Ab nach Sibirien
215 Gulag – und was dann?
245 ›Nationalkomitee Freies Deutschland‹
259 Repatriierung
281 Das offizielle Ende der Gefangenschaft
295 Zehn Jahre verschenkt - und noch mehr
317 Wohin sie gingen und wo sie blieben
347 Ein persönliches Fazit
349 Literatur
352 Anhang

Über den Autor:

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