Dombrowski, Ernst von: Mirabell

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Zu Beginn des 17. Jahrhunderts lebte in der Nähe der Stadt Salzburg ein reicher Edelmann. Weite Ländereien waren sein mit allem, was darauf lebte und wuchs. Das hegte und pflegte er wie ein sorgsamer Gärtner; es gab keine Geburt, keine Krankheit und keinen Tod bei Mensch und Tier, ohne daß er sich darum sorgte; er freute sich und er trauerte, er half und er heilte – er strafte, wo es nicht anders ging. Er beriet sich wegen des Wetters mit den ältesten Bauern, und wenn bei ihm gemäht wurde, konnte man sicher sein, daß es in den nächsten Tagen keinen Regen gab. So war alles um ihn Fruchtbarkeit und Gedeihen, sein Besitz mehrte sich ständig, ohne daß er danach getrachtet hätte. Der Freiherr, so nannte man ihn allgemein, war ein großer, starker Mann mit rotem Gesicht und rauer Stimme. Nur wenige Menschen ahnten von seiner zarten und sanften Seele, die er ängstlich zu verbergen wußte. Er war in Salzburg auf der Lateinschule gewesen, Wissenschaft und schöne Künste hatten sein Leben erfüllt, als aber sein Vater frühzeitig starb und ihm die Verantwortung für Land und Leute zufiel, wurde ihm der Stall bald wichtiger als der Musentempel.

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